Garnelen


Flinke Schönheiten


Flinke Schönheiten

Ungewöhnlich sehen sie schon aus: Der segmentierte Panzer, die dunklen Stielaugen und eine unüberschaubare Anzahl an Beinen, Antennen und Fühlern. All das macht Garnelen zu großen Stars in den heimischen Aquarien.

Bereits seit einigen Jahren haben sich Garnelen zu einem echten Renner entwickelt und besonders beliebt sind bei den Aquarianern Arten mit leuchtenden Farben und bezeichnenden Namen wie Cherry Red, Yellow Fire oder Blue Pearl. Vor allem für sogenannte Nano-Aquarien sind sie gut geeignet. Nano-Aquarien sind kleine Becken für Unterwasserpflanzen, die zehn bis 60 Liter fassen und in denen nach Art des Aquascapings kunstvolle Landschaften eingerichtet und gepflegt werden können. Die durchsichtige Amanogarnele wurde sogar extra nach dem japanischen Erfinder des Aquascapings Takashi Amano benannt, der diese Art in seinen kunstvollen Unterwasserlandschaften gerne einsetzte. Ein großer Vorteil der filigranen Schönheiten, ist dass sie störende Algenbeläge fressen und so zu einem sauberen Aquarium beitragen.

ERFOLGREICHE HALTUNG
Wenngleich Garnelen als leicht zu halten gelten, bedeutet dieses nicht, dass es nichts zu beachten gibt. Wie bei jedem anderen Unterwasserbewohner, müssen auch in ihrem Lebensraum Wasserwerte, Temperatur und Sauerstoffzufuhr stimmen. Ebenso sind bei der Einrichtung des Aquariums auch auf Möglichkeiten zum Klettern und Verstecken zu achten.

Grundsätzlich werden Garnelen in drei Gruppen eingeteilt: Zwerg-, Fächer- und Großarmgarnelen. Wer sich für die Haltung der Süßwassergarnelen interessiert, muss stets ihre speziellen Bedürfnisse berücksichtigen. Denn von friedlichen Schwarmtieren bis hin zu durchaus streitsüchtigen Einzelgängern gibt es sehr unterschiedliche Charaktere.

ZWERGGARNELEN
Die friedlichen Gesellschaftstiere sind sicherlich nicht die größten Wasserbewohner, aber gerade das bringt den Beobachter dazu, genauer hinzusehen. Die wirbellosen Krebstiere zeigen nämlich durchaus ein charakteristisches Sozialverhalten. So haben sie spezialisierte Formen der Nahrungsaufnahme, und auch ihr Wachstum lässt sich gut beobachten, da sie sich von Zeit zu Zeit häuten, indem sie aus ihrer Außenhülle schlüpfen. Ab einem gewissen Alter kann die Häutung auch ein Zeichen für die Geschlechtsreife sein. Dann versprüht das Weibchen Pheromone im Wasser, was wiederum die Männchen aufweckt und sie zum markanten Paarungsschwimmen animiert. Die Geschlechtsteile befinden sich bei Garnelen im Nackenbereich und sind bei manchen Arten durch den Panzer hindurch erkennbar. Wer genau hinschaut, kann bei trächtigen durchsichtigen Weibchen sogar schon die schwarzen Augen der Larven durch die Eierschale hindurchsehen. Für Aquaristik-Anfänger, die sich im Aquascaping versuchen möchten oder die keinen Platz für ein großes Aquarium haben, sind Garnelen eine gute Wahl. In kleinen Gruppen ab sechs Tieren oder gemeinsam mit kleinen, nicht räuberischen Fischen wie Guppys oder Neonsalmlern ist ihre Haltung problemlos möglich. Auch mit Welsen verstehen sich die grazilen Tiere bestens.

FÄCHERGARNELEN
Kommen sie mit ihrer Farbenpracht zwar nicht an die der Zwerggarnelen heran, so beeindrucken sie jedoch jeden Aquarianer umso mehr mit ihrem Verhalten bei der Nahrungsaufnahme. Bemerkenswert geschickt filtrieren ihre fächerartigen Borstenhaare Pflanzen- sowie andere Nahrungspartikel aus dem fließenden Wasser. Ausreichende Strömungsbedingungen im Aquarium sind daher Voraussetzung für eine erfolgreiche Haltung dieser Tiere. Je nach Art erreichen Fächergarnelen eine Größe von vier bis zwölf Zentimetern. Die friedfertigen Fächergarnelen fühlen sich in kleinen Gruppen von sechs Exemplaren sehr wohl und können problemlos mit Zwerggarnelen vergesellschaftet werden.

GROSSARMGARNELEN
Das auffälligste an den eher schlicht gefärbten Großarmgarnelen sind ihre anatomischen Eigenschaften. Im Verhältnis zu ihrem Körper besitzen sie gigantisch große Scherenarme, mit denen sie auf Beutefang gehen. Da viele Arten sehr räuberisch leben, sollten sie in einem Art-Aquarium entweder paarweise oder in einer kleinen Gruppe mit nur einem Männchen und mehreren Weibchen gehalten werden. Großarmgarnelen erreichen je nach Art eine Körpergröße zwischen vier bis fünfzig Zentimetern.

DIE HÜLLEN ABLEGEN
Wie bereits bei den Zwerggarnelen erwähnt, schlüpfen Garnelen regelmäßig und im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrer Haut. Der zurückbleibende leere Panzer, der im Fachjargon Exuvie genannt wird, verbleibt im Aquarium und wird von den Garnelen aufgrund der wichtigen Inhaltsstoffe zerlegt und gefressen. Der Häutungsprozess ist nicht ganz ungefährlich, denn haben die Tiere erst einmal ihren alten Panzer abgestreift sind sie sehr weich und verletzlich und während dieser Phase leichte Beute für Fressfeinde. Daher ziehen sie sich häufig während des Häutungsvorgangs in geschützte Bereiche und Verstecke zurück. Überlebensnotwendig sind diese Rückzugsorte besonders für Großarmgarnelen, damit sie nicht von ihren Artgenossen gefressen werden. Zwerg- und Fächergarnelen sind weniger kannibalisch, sie attackieren sich auch nach der Häutung nicht.

AUSBÜXEN
Unter den verschiedenen Arten gibt es sehr kletterfreudige Tiere, weshalb jedes Aquarium für Garnelen auf Ausbruchsicherheit geprüft werden muss. Ohne eine entsprechende Abdeckung sind einige Arten in der Lage, über die Wasseroberfläche ins Freie zu gelangen.

GESELLSCHAFTS- VERSUS ART-AQUARIUM
Unbestritten sind beide Formen der Haltung eine sehr reizvolle Angelegenheit. Garnelen können mit Fischen oder anderen Unterwasserbewohnern in einem Gesellschaftsaquarium in Koexistenz leben, allerdings auch nur dann, wenn die zu haltenden Gruppen friedlich sind. Als problemlose Mitbewohner dürfen beispielsweise Fische nicht zu groß sein, ansonsten laufen die wirbellosen Krebstiere Gefahr, als Beutetiere gefressen zu werden. Ganz anders sieht es in einem Art-Aquarium aus, denn hier sind die Bedürfnisse ausschließlich auf eine Tierart oder -gruppe ausgerichtet. Und während räuberische Arten generell in einem Artbecken gehalten werden müssen, eignet sich diese Form der Haltung auch sehr gut für friedfertige Tiere. Unter ihresgleichen finden sie optimale Lebensbedingungen und auch der Nachwuchs ist keinen Gefahren ausgesetzt.

RAT VON EXPERTEN
Da die Haltungsbedingungen von Art zu Art variieren, sollten sich besonders Aquaristik-Anfänger bereits vor der Anschaffung umfassend informieren. Mithilfe von Fachliteratur, aber auch der persönlichen Beratung im Zoofachmarkt, erhalten interessierte Aquarianer alle wichtigen Informationen über die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Arten sowie zur notwendigen Ausstattung und zum richtigen Spezialfutter für diese spannenden Antennen-Tiere.

 

AUF EINEN BLICK

AUGEN
Am Kopfstück befinden sich die unabhängig voneinander beweglichen Augenstiele, die einen 360-Grad-Blick ermöglichen.

ANTENNEN
Die langen Antennen dienen als Tastorgane, die an ihrer Basis Harn ausscheiden. An der Basis der kurzen Antennen liegt das Gleichgewichtsorgan.

BRUSTPANZER
Der Brustpanzer (Caraplax) schützt das Kopf-Bruststück und die inneren Organe.

HINTERLEIB
Der muskulöse Hinterleib (Pleon) wird vom elastischen Panzersegment umschlossen. An seiner Unterseite verläuft der Darm.

BEINE
Am Brustsegment sitzen fünf Schreitbeinpaare. Am Hinterleib befinden sich die Schwimmbeine, die als Antrieb beim Vorwärtsschwimmen dienen.

TELSON
Das letzte Körpersegment heißt Telson und trägt ein Spaltbein. Dieses ermöglicht ein rückwärtsgerichtetes Fluchtschwimmen.

 

 

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AUGEN
Am Kopfstück befinden sich die unabhängig voneinander beweglichen Augenstiele, die einen 360-Grad-Blick ermöglichen.
ANTENNEN
Die langen Antennen dienen als Tastorgane, die an ihrer Basis Harn ausscheiden. An der Basis der kurzen Antennen liegt das Gleichgewichtsorgan.
BRUSTPANZER
Der Brustpanzer (Caraplax) schützt das Kopf-Bruststück und die inneren Organe.
HINTERLEIB
Der muskulöse Hinterleib (Pleon) wird vom elastischen Panzersegment umschlossen. An seiner Unterseite verläuft der Darm.
BEINE
Am Brustsegment sitzen fünf Schreitbeinpaare. Am Hinterleib befinden sich die Schwimmbeine, die als Antrieb beim Vorwärtsschwimmen dienen.
TELSON
Das letzte Körpersegment heißt Telson und trägt ein Spaltbein. Dieses ermöglicht ein rückwärtsgerichtetes Fluchtschwimmen.

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