Eine Person mit weißen Handschuhen hält sanft einen zusammengerollten Igel. Das Gesicht des Igels ist teilweise zwischen den braunen Stacheln zu erkennen, und der Hintergrund zeigt einen gestrickten Stoff und rötliches Haar.

Gefahren rund ums Haus/Garten

In unserem Garten und in unserer Umgebung gibt es Gefahren für den Igel, die uns oft gar nicht bewußt sind. Vieles läßt sich leicht vermeiden. Ein Teich ohne Ausstiegshilfe kann zur Todesfalle werden. Aber schon ein brett an der richtigen Stelle schräg am Teichrand kann Abhilfe schaffen. Schauen wir doch mal genauer hin.

Eine braune Ratte mit rosafarbener Nase und Pfoten ist in einem Metallkäfig gefangen und schaut durch das Drahtgitter hinaus. Der Hintergrund ist unscharf.

Tierfallen

Lebensgefahr für Igel!

Tierfallen – nein danke!

Tierfallen sind für Igel gefährlich! Lebenfallen und Tellereisen sind generell verboten.
Ratten- und Mausefallen zur Schädlingsbekämpfung jedoch sind gestattet: Sie dürfen auch von Privatleuten, mit behördlich erlaubten Ködern versehen, aufgestellt werden.
Jedoch gibt es einen Ländervorbehalt (BArtSchV 4 (3)), so dass in einigen Bundesländern und Kommunen strikte Verbote für alle Fallen und privaten Einsatz gelten (z.B. in Berlin).

Achtung Igel!

Fallen bedrohen auch Igel, die womöglich an einem Giftköder zugrunde gehen oder sich schwer verletzen.

Fallen-Check und Vorbeugen!

Überprüft man Fallen nicht vorschriftsmäßig täglich, kann möglicherweise ein verletzter Igel zu spät entdeckt werden und stirbt jämmerlich.
Besser beugt man einem Mäuse- oder Rattenbefall vor, indem man grundsätzlich kein Tierfutter draußen hinstellt.

Fallen richtig aufstellen!

Ist der Einsatz von Fallen erlaubt und unverzichtbar, platziert man sie mindestens 50 cm hoch, z.B. auf Tischen, Kisten, Mauern oder Bretterstapeln.

Teiche, Schwimbecken, Gruben

Absturzgefahr für Igel!

Igel können nicht ausdauernd schwimmen!

In steilwändigen Gartenteichen und Schwimmbecken ertrinken immer wieder Igel. Die Tiere können keine steilen Wände erklimmen, um ein rettendes Ufer zu erreichen.

Keine Chance für Igel in steilen Gruben und Schächten!

Ebenso große Absturzgefahr bieten Gruben, außenliegende Kellertreppen und nur mit einem groben Rost abgedeckte Lichtschächte.

Die Stacheltiere können hinunter bzw. hineinfallen und nicht mehr entkommen – sie verdursten und verhungern. Dieses Schicksal erleiden besonders häufig kleine Jung-Igel im Herbst

Retten Sie Igelleben – sorgen Sie für Ausstiegshilfen!

Eine “Hühnerleiter” oder eine oben und unten mit Steinen beschwerte Schilfmatte kann lebensrettrend sein.

Treppen sichert man mit Ziegelsteinen, die die Stufenhöhe verringern. Gruben stattet man mit einem schräg gelegten Brett aus.

Kontrollieren Sie besonders im Herbst regelmäßig Kellertreppen und Lichtschächte!

Mehrere rosafarbene Seerosen blühen inmitten breiter grüner Seerosenblätter, die auf der Oberfläche eines Teiches schwimmen, wobei einige Seerosenknospen und untergetauchte Stängel sichtbar sind. Das Wasser ist dunkel und mit Spiegelungen übersät.
Eine Reihe gelber, halbtransparenter Müllsäcke, gefüllt mit verschiedenen Abfällen, ist an einer weißen Außenwand auf einem Kopfsteinpflaster aufgereiht.

Todesfalle Gelber Sack

kein Entkommen für Igel!

Gelber Sack – Igel-Gefahr?

Igel lassen sich von ihrer hochsensiblen Nase leiten. Am Straßenrand abgestellte Gelbe Säcke sind ein beliebtes Ziel auf ihrer nächtlichen Pirsch, denn sie duften – zumindest für Igel – oft verheißungsvoll.

Auf der Suche nach Fressbarem und Unterschlupf verschwinden die Stachelritter im Sack zwischen Joghurtbechern, Zahncremetuben und Spülmittelflaschen.

Fressen sie Reste, etwa aus Joghurtbechern, können sie sich Krankheiten durch Bakterien wie z.B. Salmonellen einhandeln.

Sie können mit dem Kopf in Dosen und Bechern stecken bleiben, sich durch scharfkantige Dosenränder tiefe Schnittverletzungen zuziehen und sich im Sack verheddern.

Finden sie nicht mehr bzw. nicht rechtzeitig heraus, werden die Igel “mit entsorgt” und sterben einen grausamen Tod.

Wollen Sie das verhindern?

Dann bitte den Gelben Sack

  • erhöht an ein Gartentor oder einen Zaun hängen
  • auf eine Mauer, Mülltonne o.ä. legen
  • so spät wie möglich morgens herausstellen!

Rasentrimmer und Motorsensen

lebensbedrohlich für Igel!

Rasentrimmer und Motorsensen gefährden Igelleben!

Igel halten ihren Tagschlaf in hohem Gras, unter Hecken, Büschen, Bodendeckern oder Laub.

Nährt sich ein “Feind”, flüchten sie nicht, sondern rollen sich ein und bleiben auf der Stelle sitzen. Deshalb können Rasentrimmer und Motorsensen die stachligen Gartenfreunde sehr schwer verletzen oder gar töten.

Denken Sie bei der Gartenarbeit an die Stachelritter!

Bevor Sie also mit der Gerätearbeit beginnen, suchen Sie bitte den Bereich vorsichtig ab, z.B. mit einem Grasrechen.

Immer wieder werden durch Gartengeräte schwerverletze Igel in Igelstationen und Tierarztpraxen gebracht. Oft kommt jede Hilfe zu spät!

Da Igel selten Schmerzenslaute von sich geben, sterben diejenigen, die sich noch in Deckung schleppen können und daher nicht gefunden werden, meist qualvoll.

Nahaufnahme von jemandem, der mit einem Rasentrimmer zugewachsenes Gras schneidet. Grashalme und Abfälle fliegen durch die Luft. Nur die Unterschenkel und Stiefel der Person sind zu sehen.
Ein Rasenmähroboter sitzt auf einem sauber getrimmten, sonnenbeschienenen grünen Rasen und wirft einen Schatten auf das Gras.

Mähroboter

gefährlich für Igel!

Mähroboter verletzen oder töten kleine Igel!

Setzen Sie das Gerät nur am Tag ein, wenn das Nachttier Igel z.B. in der Hecke schläft.
Machen Sie den “Apfel-Test”: Legen Sie dazu einen 200-g-Apfel ins Gras und beobachten Sie, ob das Gerät über das Hindernis oder herum fährt.
Stellen Sie dem Igel zuliebe einen Bodenabstand von 4,5 cm oder weniger ein.

Mähroboter sind auch insektenfeindlich!

Auf einen ständig kurz geschorenen Rasen erreicht keine Pflanze das Stadium der Blüte.
Das Gerät häckselt Käfer, Würmer und kleine Schnecken, die in Bodennähe leben.
Sparen Sie deshalb “Blühinseln” aus, die nur selten gemäht werden, als Refugium und Nahrungsquelle für Insekten.

Gifteinsatz im Garten

Gefahr für Igel!

Chemische Keule!

Insektenvernichtungsmittel (auch Schneckenkorn), Unkrautvertilger und chemische Düngemittel stören das ökologische Gleichgewicht in Gärten empfindlich.

Nicht allein sogenannte Schädlinge, sondern auch nützliche Kleinlebewesen werden vernichtet bzw. ihnen die Nahrungsgrundlage entzogen.

Igel sind Insektenfresser!

Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel vergrämt oder tötet Insekten, die wichtigsten Nahrungstiere des Igels, aber auch von Fledermäusen, Spitzmäusen und Vögeln.

Käfer, Raupen & Co. zu vernichten, bedeutet Beihilfe zum Artenrückgang!

Gesundheitliche Folgen

Außerdem können die Gifte Säugetiere und Vögel sowohl durch äußerlichen Kontakt als auch durch die Aufnahme mit der Nahrung schädigen.

Biologisch gärtnern!

Die Alternative zur chemischen Keule heißt daher: Biologisches Gärtnern – mit der Natur für die Natur!

Nahaufnahme einer Hand, die einen Setzling in reiche, braune Erde pflanzt, während im Hintergrund bereits kleine grüne Setzlinge wachsen.

Quelle: Pro Igel e.V.