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Zierfische richtig füttern

Zierfische richtig füttern

Wann, wie oft, wie viel?
Insbesondere Neulinge in der Hobby-Aquaristik beobachten häufig, dass ihre Zierfische stets hungrig sind. Tatsächlich ist es so, dass sehr viele Fische, die im Aquarium gehalten werden, kein Sättigungsgefühl kennen. Sie fressen immer dann, wenn Futter ins Becken gegeben wird.

Um Verfettung und Gesundheitsproblemen der Tiere vorzubeugen, ist es ratsam, nur so viel zu verfüttern, wie die Fische in wenigen Minuten vollständig auffressen können. Im Normalfall genügen ein bis zwei Futtergaben pro Tag. Bei Jungtieren, die sich noch im Wachstum befinden, kann auch drei- bis viermal täglich gefüttert werden. Am besten gewöhnen Sie sich und den Fischen feste Zeiten an.

Futter ist nicht gleich Futter
Wie jedes Tier sind auch Zierfische auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen, um gesund zu bleiben. Doch welches Futter ist das richtige? Mehlwürmer, Mückenlarven oder Wasserflöhe sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Außerdem ist dieses Lebendfutter nicht immer erhältlich. Unkomplizierter ist daher die Verwendung von Trockenfutter, das ebenfalls eine vollwertige Ernährung sicherstellen kann. Das gibt es im Handel als Flocken, Pellets, Sticks oder in Form von kleinen Tabletten, kurz Tabs, zu kaufen.

Arttypische Ansprüche
Je nach Fischart sollte die Darreichungsform gewählt werden. Dabei kann man sich ganz einfach an den Wasserregionen orientieren, in denen sich die Fische für gewöhnlich aufhalten:

Flocken sind besonders gut für gesellige Fische geeignet. Sie schwimmen in der Regel nahe an der Wasseroberfläche und können dort das Futter sofort aufnehmen.

Fischen in mittleren bis unteren Regionen verfüttert man am besten Pellets oder Sticks, die im „Sinkflug“ erbeutet oder am Grund des Aquariums gefressen werden können. Am Boden lebende Tiere wie zum Beispiel Welse sind mit schnell sinkenden Tabs am sichersten bedient.

Wer frisst was?
Je nachdem, welches Nahrungsangebot ein Fisch in seinem natürlichen Lebensraum vorfindet und wie er vom Körperbau her beschaffen ist, entscheidet sich, welche Kost er überwiegend zu sich nimmt.

Zu den pflanzenfressenden, also herbivoren, Zierfischen zählen beispielsweise viele Welsarten und einige aufwuchsfressende Cichliden. Aufgrund ihres langen, gewundenen Darms können sie schwer verdauliche Pflanzen- und Algenkost verwerten.

Fleischfressende Fische wie der Diskus ernähren sich von anderen Tieren. Auf dem Speiseplan dieser Karnivoren stehen häufig auch Artgenossen.

Schließlich gibt es auch eine Reihe von Zierfischen, die man als wahre Allesfresser, Omnivoren, bezeichnen kann. Sie nehmen gemischte Kost zu sich.

Normalerweise nehmen die Tiere nur das Futter auf, das sie auch verdauen können. Aber wie so oft bestätigen Ausnahmen die Regel. Daher muss der Halter darauf achten, dass die Futterzusammensetzung sich an der natürlichen Ernährungsweise des jeweiligen Fisches orientiert. Wenn man unsicher ist, fragt man am besten im Zoofachhandel nach dem geeigneten Futter.

Abwechslung ja, aber natürlich!
Wie andere Haustiere schätzen auch Fische Abwechslung beim Fressen. Variieren Sie daher die Futtersorten und probieren Sie von Zeit zu Zeit Neues aus.

Allerdings lohnt auch bei der Fischernährung ein genauerer Blick auf die Zutatenliste des Futters. Denn bei aller Experimentierfreude sollte man im Hinterkopf behalten, dass Fischmehl und künstliche Lockstoffe keine natürliche Nahrungsgrundlage darstellen. Ebenso sind Karotten, Spinat und Co. in freier Wildbahn nicht auf der Speisekarte von Fischen zu finden. Wohl aber Algen, Larven und frischer Fisch, der Proteine (Eiweiße) und Fett in einem natürlichen, ausgewogenen Verhältnis liefert.

Proteine sind zur Aufrechterhaltung der biologischen Prozesse im tierischen Organismus unverzichtbar. Sie liefern lebenswichtige Aminosäuren, die der Fischkörper nicht immer selbst bilden kann. Daher müssen Proteine über das Futter zugeführt werden. Allerdings beeinflusst ein Überangebot an Eiweißen die Wasserqualität, da die Fische dieses in Form von Ammoniak wieder ausscheiden.

Fett ist nicht gleich Fett
Fette, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, sind auch für Fische gute Energielieferanten. Bei Fettmangel zieht der Zierfisch vermehrt Proteine für Energiegewinnung heran, wodurch die Ammoniakbelastung im Aquarium steigt. Daher sollte man beim Futterkauf darauf achten, dass das Verhältnis zwischen Eiweiß und Fett zwischen 2,5 bis 3 zu 1 liegt. Omega-3-Fettsäuren wirken zudem entzündungshemmend und spielen für die Abwehrkräfte und die Vermehrung eine große Rolle. Diese essenziellen Fettsäuren findet man in hohem Maß in frischem Fisch vor, weshalb er ein Hauptbestandteil des Futters sein sollte.

Als Faustregel gilt: Je mehr sich die Zutaten am Vorbild der Natur orientieren, desto artgerechter ist die Fütterung.

Alles für Garten und Tiere.

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